Interessante Trends 2011

2011 wird hoffentlich den Beginn einer dauerhaften Erholung der von der Rezession geschwächten Hersteller markieren. In der Vergangenheit hatten diese ein stagnierendes bis schwindendes Marktwachstum und verstärkten internationalen Wettbewerb zu verkraften. Viele neue Technologien sind mittlerweile so ausgereift, dass sie die Unternehmen dabei unterstützen können, sich wieder am Weltmarkt zu positionieren. Sehen wir uns einige der neuen Technologien und Initiativen an, die schlankere, agilere und damit auch wettbewerbsfähigere Unternehmen versprechen.

Ein gutes Jahr für PLM-Software. Die meisten Unternehmen haben während der Rezession ihre Betriebs- und Personalkosten auf das absolute Minimum reduziert. Vielen wird auch bewusst, dass die Möglichkeit, gestärkt aus der Rezession hervorzugehen, darin besteht, Technologien zu implementieren, mit denen sie effizienter im Wettbewerb bestehen können. Umfrageergebnisse der Aberdeen Group belegen, dass Hersteller, die die Entwicklungsdauer verkürzen, die Produktkosten senken und die Zusammenarbeit mit der Lieferkette und entwicklungsfremden Beteiligten intensivieren möchten, zunehmend auf PLM-Technologie setzen. Laut der Aberdeen-Studie bleiben Unternehmen mit Best-in-Class-PLM-Implementierungen mit einer achtmal höherer Wahrscheinlichkeit innerhalb der vorgegebenen Produktkosten und des Produktentwicklungsbudgets, führen mit einer fast fünfmal höherer Wahrscheinlichkeit ihrer Produkte pünktlich ein und können die Dauer bis zur Produkteinführung um 21 Prozent reduzieren. Diese Unternehmen berücksichtigen auch zweimal so häufig die Grundsätze der Produktentwicklung schon bei der ersten PLM-Implementierung, unterstützen ihr PLM eher mit IT-Budgets und verfügen mit einer 80 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit über einen zukunftsorientierten Plan für das PLM-System.

Social Computing verändert Unternehmen. Social Computing – nicht Facebook, Twitter oder LinkedIn sondern die dahinter stehenden Technologien und Prinzipien – wird in und zwischen sämtlichen Organisationen implementiert, und um die Produktivität und das Wirtschaftswachstum anzuregen. Alle Social Computing-Technologien werden in 2011 einen großen Zuwachs erleben. Es ist also zu erwarten, dass die Unternehmen ihre internen Kommunikations- und Collaboration-Systeme sowie öffentliche Social Website-Initiativen zu einer koordinierten Strategie verschmelzen. Unternehmen nutzen im Rahmen ihres Marketing-Mix zunehmend soziale Netzwerke, um die Kommunikation mit ihren Kunden zu stärken, deren Sorgen besser zu verstehen und potenziellen Kunden ein attraktives Wertangebot bieten zu können. Die Verwendung mehrerer Kanäle, um Meinungen einzuholen, zu handeln, ein Publikum zu fesseln und Produkte bekannt zu machen, wird für Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnen. Darüber hinaus werden diese sozialen Netzwerke auch deshalb unverzichtbare Verbindungsglieder für den Austausch von Daten und Wissen mit Kollegen, weil die Konstruktionsorte immer stärker weltweit verteilt sind. Beispielsweise könnte ein Produktentwicklungsingenieur, der an einer komplexen Baugruppe, mit der er wenig Erfahrung hat, arbeitet über das interne soziale Netzwerk eine Frage veröffentlichen, um herauszufinden, ob irgendjemand in der Firma sich besser damit auskennt. Innerhalb weniger Minuten kann der Ingenieur so Antworten oder Hilfestellung erhalten. Es besteht sogar die Möglichkeit, den Bildschirm für andere freizugeben, sodass ein Austausch problemlos möglich ist – unabhängig davon, ob der Kollege nun im selben Gebäude oder auf der anderen Seite der Welt arbeitet. Soziale Netzwerke eignen sich auch als wertvolle Hilfsmittel für Ingenieure, Projektmanager und andere Produktentwicklungsprofis, um das Netzwerk zu erweitern, um Fachwissen zu erhalten und neue Interessengruppen oder Communitys zu bilden. Interessante Lösungen für interne soziale Netzwerke bieten Yammer, MS SharePoint, PB Works, Zoho und Google Docs.

Die mobile Kommunikation nimmt explosionsartig zu. Das entgeht niemandem. Laut Gartner Group werden bis Ende 2010 1,2 Milliarden Menschen mit Handheld-Geräten unterwegs sein, die eine ansprechende Umgebung für die Kombination von Mobilitäts- und Web-Technologien bieten.  Viele Angestellte bringen Speichergeräte mit zur Arbeit und legen darauf sensible Dokumente und E-Mails ab. Das neue Apple iPad und eine ganze Reihe anderer Tablet-PCs (über 30), die 2010 angekündigt oder bereits ausgeliefert wurden, haben die Situation ebenfalls massiv verändert. Die Gartner Group prognostiziert, dass bis 2013 80 Prozent aller Unternehmen Mitarbeiter mit Tablet-PCs ausrüsten werden. Die Support-Anforderungen für Multimedia-Tablets sind je nach Anwendungsszenario innerhalb der Unternehmen und zwischen den Unternehmen unterschiedlich. Eine Mindestvoraussetzung für Fälle, in denen die Angestellten ihre eigenen Geräte mitbringen, ist die Unterstützung auf Geräteebene mit eingeschränkter Netzwerkanbindung. Das sind höchstwahrscheinlich der Zugriff auf das Unternehmens-Postfach und den Unternehmenskalender sowie Helpdesk-Support bei Verbindungsproblemen. Den Herstellern stellt sich dabei die Frage, wie sie die Sicherheit ihrer Daten gewährleisten können, wenn die Ingenieure und Konstrukteure außerhalb des Unternehmensgebäudes auf mobilen Geräten arbeiten. Die Softwareanbieter haben den Bedarf erkannt und stellen immer mehr Sicherheitsfunktionen zur Verfügung, wie beispielsweise Apple mit den verstärkten Verschlüsselungstechnologien auf dem iPhone 3GS. Nach dem Report von Forrester Research unterstützen 29 Prozent der Firmen in Nordamerika und Europa jetzt das iPhone. Diese Zahl wird mit Sicherheit noch zunehmen, da die verbesserte Sicherheit bei Apple den Grundstein dafür legt, dass iPhones und iPads sich in Unternehmen noch stärker etablieren werden.

Massenanpassung ist kein Widerspruch in sich. Die Kunden werden immer wählerischer. An die Stelle der Massenproduktion werden deshalb möglicherweise bald flexiblere Produktionsverfahren treten, mit denen sich maßgeschneiderte Produkte für die individuellen Bedürfnisse einzelner Verbraucher anfertigen lassen. Massenanpassung ist ein neues Konzept, das Technologien und Systeme umfasst, mit denen Produkte, die die Anforderungen einzelner Kunden erfüllen, mit nahezu derselben Effizienz hergestellt werden können wie bei der Massenproduktion. Um sich ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, müssen die Unternehmen eine flexible, bedarfsorientierte Strategie ausarbeiten, um eine Reihe von benutzerdefinierten Optionen anbieten zu können. Effizienz ist bei Massenanpassungsstrategien ein wichtiger Standard. Auch wenn durch eine gewissen Anpassbarkeit die Produktkosten in der Regel steigen, können Made-to-Order-Produkte tatsächlich eine Reduzierung von Ausschuss bewirken, da die Herstellungskosten auf der tatsächlichen Nachfrage basieren. Die Konstruktions- und Werkzeugkosten sind in den letzten Jahren ebenfalls gesunken, sodass eine Produktion in kleineren Chargen oder von Prototypen eher möglich ist. Flexible Fertigungsprozesse und eine offene Kommunikation mit Kunden sind zwei wichtige Komponenten der effektiven Massenanpassung. Tatsächlich ist der enge Kontakt mit Kunden, um ihre Bedürfnisse zu ermitteln und Feedback zu angepassten Produkten zu erhalten, ein zentraler Bestandteil des Massenanpassungsprozesses, der auch die Innovation und die Entwicklung neuer Produkte unterstützen kann. Bild: Amodiovalerio Verde

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Die Konstruktion neu erfunden und getagged , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

Einen Kommentar schreiben

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <pre> <q cite=""> <s> <strike> <strong>