Steht die CAD-Branche nach der Rezession vor einem Comeback?

Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung wurden die operativen Budgets noch nicht erhöht. Unternehmen müssen also immer noch mit eingeschränkten Ressourcen immer mehr erreichen. Angesichts von stagnierenden Gehältern und Budgets fällt es den CAD-Managern oft schwer, Projekte mit weniger Personal zum Abschluss zu bringen. Bei einer 2010 durchgeführten Umfrage unter CAD-Managern fand Robert Green, Verfasser des „CAD Manager’s Newsletter“ heraus, dass in den vergangenen zwei Jahren 21 Prozent der CAD-Manager Gehaltskürzungen hinnehmen mussten, während bei weiteren 36 Prozent das Gehalt stagniert. Was die Auslastung angeht, waren 26 Prozent sehr beschäftigt und 35 Prozent zwar beschäftigt, aber bei schlechter Geschäftslage. 12 Prozent der Befragten hatten kürzlich die Kündigung erhalten. Trotz dieser ungünstigen Rahmenbedingungen tätigen jetzt viele Unternehmen ihre Hardwareanschaffungen. In der Umfrage sprechen nur noch 37 Prozent von einem Beschaffungsstopp für Hardware, während der Wert vor einem Jahr noch bei 52 Prozent lag. 22 Prozent waren gezwungen, Softwareabonnements nicht mehr zu verlängern; 2009 waren es noch 30 Prozent. Bei einer aktuellen Umfrage von Grant Thornton im November 2010 stellten sich ebenfalls positive Aussichten heraus: Immerhin 49 Prozent der Führungskräfte bei US-amerikanischen Unternehmen in der Fertigungsindustrie planen in den kommenden sechs Monaten Personaleinstellungen.  Führende Unternehmen in der Fertigung blicken ebenfalls optimistisch in die Zukunft. 81 Prozent erwarten für ihr Unternehmen in den kommenden sechs Monaten ein Wachstum. Die gute Nachricht ist, dass auch die Schulungsbudgets scheinbar ansteigen. 71 Prozent der Unternehmen haben ihr Schulungsbudget nicht gekürzt. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber 2009, als noch fast die Hälfte (46 %) angab, die Schulungsausgaben zu kürzen. Diese Zahlen lassen den Schluss zu, dass sich die Unternehmen für einen Aufschwung zu positionieren versuchen. Alle diese statistischen Werte lassen erkennen, dass die Budgets für Schulungen, Software und Hardware gegenüber 2009 leicht zulegen. CAD-Manager und Ingenieure sollten die Flaute als Chance zur Modernisierung und Implementierung von Technologie betrachten, weniger als Krise.

CAD-Branche erwartet moderaten Zuwachs

Insgesamt hat die CAD-Industrie unter der Rezession schwer gelitten. Es gibt jedoch Anzeichen, die hoffen lassen, dass sich der CAD-Markt erholen wird. Da CAD-Tools in so vielen verschiedenen Branchen (Automobilindustrie, Anlagenbau, Architektur, Fertigung usw.) im Einsatz sind ist diese Erholung etwas branchenabhängig. Das Bauwesen hat die Rezession zuerst gespürt und wird sich wahrscheinlich auch als Letztes erholen, während die Automobilindustrie erst 2009 deutliche Einbußen hinnehmen musste, sich aber auch schneller davon erholt. Laut CAD Report 2010 von Jon Peddie Research (JPR) hatte der CAD-Markt 2009 ein Volumen von 5 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Verlust von 23 Prozent gegenüber 2008, als ein Allzeithoch von 6,7 Milliarden US-Dollar zu verbuchen war. Laut Hochrechnungen soll der Markt 2010 zwar wieder ein Volumen von 5,4 Milliarden US-Dollar erreichen, eine vollständige Erholung wird jedoch erst für 2013/2014 erwartet. Den kompletten Bericht können Sie hier online lesen. Der CAD-Arbeitsmarkt hat unter den Verlusten ebenfalls gelitten. Nach Schätzungen von JPR haben mindestens 200.000 CAD-Nutzer in eine fachfremde Stelle gewechselt, sodass in Zukunft neue Positionen für Mitarbeiter frei sein dürften, die neue Softwarefunktionen nutzen können, um die Effizienz ihres Unternehmens zu steigern. In der Fertigung sieht JPR Chancen für Mitarbeiter mit Fachkenntnissen in der Workflow-Optimierung und Analyse für Produktdatenmanagement (PDM), Produktlebenszyklus-Management (PLM) und Customer Relationship Management (CRM). Darüber hinaus werden in allen Segmenten der CAD-Industrie Kenntnisse in Tätigkeiten wie der Anfertigung von fotorealistischen Abbildungen von Konstruktionen vorausgesetzt, da immer mehr Unternehmen frühzeitig visuelle Prototypen erstellen und im Projektteam und für Interessenten nutzen möchten. Was also können CAD-Manager und Unternehmen aus dieser Situation lernen? Der Zeitraum nach der Rezession sollte von zukunftsorientierten Unternehmen genutzt werden, um Initiativen für langfristiges Wachstum in Gang zu bringen und die Zeit zu nutzen, die ihnen aufgrund des geringeren Auftragsvolumens bleibt, um moderne Technologien zu implementieren und die Mitarbeiter im Unternehmen zu schulen. Eine offensichtliche Initiative wäre, sicherzustellen, dass das CAD-System für jeden im Unternehmen nutzbar wird und man sich von den CAD-Spezialisten unabhängig macht, da ihre Zahl in den letzten Jahren deutlich geschwunden ist. Die Idee, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten intelligente technologische Veränderungen vorzunehmen, statt während des darauf folgenden Aufschwungs zu versuchen, den Wettbewerb einzuholen, bringt intelligent handelnde Unternehmen in eine gute Ausgangsposition, wenn die Wirtschaft wieder in Schwung kommt.

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